Exkursion in das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler

Schulleben

Am 22.6.2022 sind wir morgens gegen 8:30 Uhr mit dem Bus nach Natzweiler losgefahren. Nach einer zweistündigen Fahrt durch das schöne Elsass mit großartigen Aussichten, ging die Tour schon im Dorf Natzweiler los.

Da wir den Ausflug zusammen einer Klasse von Leibniz gemacht haben, hatten wir auch zwei verschiedene Führer vor Ort. Einer von ihnen war ein waschechter Elsässer, welcher alles im Kindesalter selbst erfahren hat und auch nach dem Schließen des Konzentrationslagers mit seinen Außenlagern noch unwissend in dessen Kulissen gespielt hat. [...]

Angekommen am KZ war man erst mal sprachlos. Die Vorstellung, dass so viele grausame Taten an diesem so friedlich wirkenden Ort mit Blick auf die Vogesen geschehen sind, war unvorstellbar. Aber die Geschichten, die der Führer uns dann erzählt hat, haben uns ganz schnell klargemacht, dass die Idylle täuscht. Nach dem Besichtigen des Denkmals dort, haben wir das richtige Gelände des KZs betreten und der Gedanke, wie viele Menschen durch dieses Tor gegangen sind, ohne es ein zweites Mal zu tun war für mich einer der bedrückendsten des ganzen Tages. Allgemein hatte ich auf dem Gelände dauerhaft ein bedrückendes Gefühl und all die Erzählungen trafen mich sehr, da dies nochmals bestätigt hat, wie grausam Menschen tatsächlich sein können.


Der extremste Moment des ganzen Tages war jedoch, als wir das Krematorium, also den Verbrennungsofen besichtigt haben. Dieser ist nämlich noch fast komplett im Originalzustand. Der Gedanke an all die Morde, die dort vollbracht wurden, war einfach unvorstellbar und das Gefühl, das von diesem Ort ausging, war beinahe furchteinflößend. Es fühlte sich sogar fast respektlos an, auf Boden zu stehen, der einst von Blut und Asche von Gefangen getränkt bzw. bedeckt war.


Aber auch nach dem Verlassen des Konzentrationslagers hielt dieses bedrückende Gefühl noch eine Weile an und auf der Rückfahrt war es im Bus erstmal sehr leise.


Im Allgemeinen fand ich den Ausflug sehr spannend. Natürlich war es an manchen Stellen vielleicht etwas unangenehm oder grausam, aber ich finde es sehr wichtig, dass wir uns über unsere Geschichte informieren und nicht die Augen vor einem so wichtigen Thema verschließen. Zwar hatten wir im Unterricht schon einiges darüber besprochen, aber alles nochmals real zu sehen, war einfach ein ganz anderes Erlebnis und auch die Erzählungen des Leiters haben vieles verdeutlich und man hat auch einiges hinzugelernt. Zum Beispiel haben mich die Erzählungen über den Versuch der SS-Leute, die Gefangenen auch psychisch zu quälen überrascht, da mir dies davor alles nicht so bewusst war.


Pauline Tillmanns 10bn1


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