5 days in Cologne

Schulleben

Berlin. Amsterdam. Barcelona. Kopenhagen. Rom. - Köln.
Sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass die Diskussion in unserem Kurs über das Ziel länger gedauert hat, als die Kursfahrt selbst? Köln! Wir denken, es liegt auf der Hand, dass der ein oder andere zu Beginn so seine Zweifel an dieser vielleicht eher bescheideneren Auswahl des Zieles hatte.
ABER!!!! Wie der kleine David am Ende gegen Goliath zum Helden wird, so hat sich auch Köln - ohne euch jetzt spoilern zu wollen - als der absolute Wahnsinn entpuppt:

Am Montag, den 02. September, startete um 8:45 Uhr unser Zug Richtung KÖLN. Nach einmaligem Umsteigen, mehreren Musikeinlagen im Zug und immer noch Zweifeln im Gepäck erreichten wir ca. fünf Stunden später die Domstadt und unsere Jugendherberge Köln Deutz. Nachdem wir nun ausgepackt und unsere Unterkunft erkundet hatten, machten wir uns auf den Weg Richtung Innenstadt. Natürlich war unser erstes Ziel der Dom. Keine zehn Minuten später hatten wir genug Eindrücke gesammelt und konnten nun in Kleingruppen die Stadt erkunden. Danach ging es wieder zur Jugendherberge, in der wir das Abendessen genossen und uns frisch machen konnten. Daraufhin beschlossen wir gemeinsam den Aussichtsturm zu besichtigen, welcher sich in unmittelbarer Nähe zu unserer Unterkunft befand. Von dort hatten wir einen tollen Überblick über gesamt Köln und genossen die Aussicht, die sich ebenfalls gut als Hintergrund für tolle Fotos herausstellte. Allmählich wurde es schon dunkel und wir fragten Frau Betz und Herrn Kläsner, ob wir nicht noch die restliche Zeit am Rheinufer verbringen können. Dies willigten Sie ein, mit dem Kompromiss, dass wir um 22:00 Uhr zurück sind und auf der Rheinseite der Jugendherberge bleiben. Dort angekommen, verbrachten wir eine tolle gemeinsame Zeit und lernten uns alle noch ein bisschen besser kennen. So vorbildlich und verantwortungsvoll wie wir alle waren, waren wir pünktlich um 22:00 Uhr wieder in der Beherbergung und durften sogar bis 23.00 Uhr nochmal raus. Als wir diesmal jedoch mit aufgedrehten Musikboxen am Rheinufer ankamen, wurde das Ordnungsamt auf uns aufmerksam und erklärte uns, dass in „Kölle“ ab 22:00 Uhr Nachtruhe sei. Verständnisvoll drehten wir die Musik leiser und machten uns langsam wieder auf den Weg zurück. Was für ein toller erster Tag!

Weiter ging es am Dienstagmorgen mit der Rafting Tour über den Rhein! Die Aufteilung der beiden „Schlauchbote“ war schnell geklärt: Mädchen gegen Jungs.

Dass das nach einem Wettkampf förmlich schrie, dürfte an dieser Stelle jedem klar sein! :)
Mit Frau Betz und unserer „Tour an Bord“ starteten wir - das Mädchen Team - gemäß der alten Regel „Ladys first“ als erstes unsere Reise über den Rhein. Nachdem wir einem Schiff die Vorfahrt gelassen hatten, konnten wir alle den Rhein überqueren und dann - zum Glück nicht gegen den Strom - unsere Rennen starten. So kam es zu einer kleinen Wette. Die Jungs machten gleich eine große Ansage: Sie würden schneller an der ersten Brücke ankommen als wir Mädchen mit Vorsprung. Sollten wir aber gewinnen, so gibt uns der Coach (der während der gesamten Kursfahrt wohl seine Spendierhosen zu tragen schien) je ein Freigetränk aus. Diese Wette nahmen wir natürlich gerne an und betonen es an dieser Stelle noch einmal: Da hattet ihr euch ziemlich überschätzt - was, Jungs? :) 
Kurz vor der ersten kleinen Pause musste die ein oder andere aus unserem Team während des Heranziehen des Bootes an Land „Tauchente“ im Rhein spielen. So eine Sandbank ist leicht zu unterschätzen, Leute! Umso schöner, dass wir ein Kurs sind, der herzlich auch mal über sich selbst lachen kann und keinem so schnell böse ist. Und die Kleider konnten ja schließlich trocknen :)
Am Nachmittag nahmen wir an einer Art „Undergroundführung“ im Dom teil, wobei wir auch etwas über die Geschichte des Doms und der Stadt Köln erfuhren. Danach ging es kurz in die Herberge zum „Fein machen“ und dann gleich wieder zurück zum Dom (weil’s so schön war), um ein Orgelkonzert zu genießen. Die Klänge und der Hall in solch einem Bauwerk sind schon etwas ganz Besonderes. Gewiss ein beeindruckendes Erlebnis für Musikliebhaber. Also schauen wir an dieser Stelle einfach über diverse Leute hinweg, die die Musik als Gute-Nacht-Melodie missverstanden oder unter der Kirchenbank eine Möglichkeit für Netflix gefunden hatten… :)

Danach gingen wir dann alle gemeinsam mit unseren beiden Lehrern in die Kölner Innenstadt, wo wir noch unseren Mädchen-Sieg der Rafting-Tour feiern konnten.

Der Mittwoch begann schon früh, denn nach dem Frühstück fuhren wir direkt mit dem Zug nach Jüchen, wo schon ein Bus für unsere Führung durch den Braunkohletagebau wartete. Dieser fuhr uns zum Informationszentrum des Tagebaus, in dem wir zuerst über alles Wesentliche informiert wurden. Danach fuhren wir mit dem Bus durch die gesamte Anlage und hörten interessiert unserem „Guide“ zu, welcher uns zwischendurch immer wieder spannende Details über die dort verwendeteten Maschinen, die allgemeine Arbeit, die Auswirkungen auf die Gesellschaft etc. erklärte. Naja, es war auch eine gute Möglichkeit den fehlenden Schlaf der vergangenen Nacht nachzuholen oder seine Augen auszuruhen. Nach der Führung hatten wir nochmal Zeit, uns in der Jugendherberge kurz auszuruhen, bevor wir dann an den Badesee gingen. Zuvor hatten wir zwar alle Zweifel wegen des mittelmäßigen Wetters, dennoch hat es uns am Ende doch sehr gut gefallen. Unser „Bademeister“, welcher gar nicht so schlecht aussah, zeigte uns im Anschluss noch „Stand up paddling“, was wir dann auch ausprobieren konnten. Sogar Herr Kläsner zeigte sein Talent. Daraufhin gab es Abendessen und eine kurze Ruhephase, die wir auch alle auf unseren Zimmern in unserer Unterkunft nutzten. Anschließend bildeten sich zwei Gruppen. Die erste Gruppe wollte eher den Abend in der Jugendherberge verbringen, während die andere Gruppe - wie man so schön sagt - mit Herrn Kläsner „auf die Schnerr gingen“. Somit machte sich also die zweite Gruppe bereit und folgte den Ratschlägen der Kölner Studenten, die alle eine gute Kneipenmeile vorschlugen. Dort angekommen ließ uns Herr Kläsner eine Stunde alleine die verschiedensten Kneipen erkunden. Es dauerte nicht lange, dann wussten wir, welche Bar es sein sollte, die Cubaner Bar. Dort tranken wir natürlich nur „alkoholfreie“ Cocktails und konnten ebenfalls eine tolle Zeit verbringen. Nach einer Stunde stieß unser Coach nochmal zu uns und wir machten uns zusammen auf in die nächste Bar, die Cuba Bar. Dort genossen wir die restliche Zeit, sodass wir dann nach einem tollen Abend alle noch was vor der Rückkehr aßen und dann gemeinsam zusammen zurückfuhren.

Der ganze letzte Tag unserer Kursfahrt in Köln brach an. Früh aus den Federn geweckt machten wir uns an diesem Donnerstagmorgen mit der S-Bahn auf den Weg ins Jumphouse. Die meisten waren voller Freude und Aufregung was uns dort erwartet und wir wurden keinesfalls enttäuscht. Unser Jumphouscoach war begeistert von uns und wir bekamen sowohl von ihr, als auch von unseren begleitenden Lehrern ein großes Lob. Durchgeschüttelt nach tausend Sprüngen, Überschlägen, Wettrennen und sehr zufrieden aber auch ausgepowert ging es für uns wieder zurück in die Stadt, wo wir freie Zeit zur Verfügung hatten. Eine Kleingruppe nutzet diese um sich in einen klassischen Kölner Bierbrauhaus am Rhein zu stärken.

Dass uns dieser Aufenthalt immer in Erinnerung bleiben würde, hätte keiner von uns gedacht. Der temperamentvolle Kellner, in Köln genannt Köbes, wurde von uns schnell zu „Kürbis“ umgetauft. Ein Mann mit sehr viel Selbstbewusstsein und seiner Kölschen Art wurde schnell Gesprächsthema an unserm Tisch, da er uns durch sein Verhalten aufgefallen war. Die abschließende Rechnung stimmte nicht mit der überein, die wir im Kopf hatten und so wurde uns schnell klar, dank einer Schülerin, welche die Belege mitnahm, dass unser „Kürbis“ die Speise eines Schülers vergessen hat. Selbstverständlich brachten wir ihm das Geld im Laufe des Tages noch vorbei. Nachdem einige das ein oder andere Glas „Rheinwasser“ zu sich genommen haben, war die Vorfreude auf das Sport- und Olympiamuseum doch größer als erwartet. Anschließend hatten wir mit unserem gesamten Kurs eine Führung zumThema Sport und Medien. Ein Schüler unseres Kurses entpuppte sich bei dieser Führung zum Sportexperten, da er alle Fragen unseres Guides mit Bravour beantwortete. Nach zahlreichen Mitmachangeboten wie z.B. altgriechischer Weitsprung oder Gewichtheben und einer abschließenden Runde Tennis auf dem Dach des Museums war das Sportliche für diesen Tag ausreichend gedeckt. Nach dem Abendessen in der Jugendherberge ging es an den Hauptbahnhof zu der Comedy Show Nightwash, bei dem sich so mancher als Helene Fischer Fan entpuppte und den Ohrwurm, den wir alle beim gemeinsamen abschließenden Kölsch in einem typischen Brauhaus hatten, war wohl „K HG 1811, das ist das Nummernschild vom Heinz“. So ging ein erlebnisreicher, sehr sportlicher Tag zu Ende.

Und so schnell kann eine gelungene Kursfahrt dann leider auch schon zu Ende sein. 
Freitag, der Tag der Abreise hatte begonnen. Nachdem wir unsere Sachen gepackt und die Zimmer ordentlich verlassen hatten, konnten wir alle noch ein letztes Mal in die Innenstadt, um den Vormittag individuell zu gestalten. Ein letztes Kölsch und wir fanden uns alle zur Heimfahrt am Bahnhof ein.

Die Rückfahrt war auch wieder dominiert von guter Musik, aber die Zweifel hatten wir längst aus dem Gepäck geschmissen. Stattdessen konnte man dort nun eine Ansammlung wundervoller, gemeinsamer Erinnerungen finden, die uns alle näher zusammengeschweißt haben und von denen wir noch lange mit einem Schmunzeln berichten können!

Somit möchten wir an Frau Betz und an Herrn Kläsner den größten Dank dafür aussprechen, dass sie uns diese außergewöhnliche, aktionsreiche und unvergessliche Kursfahrt ermöglicht haben. 
Und vor allem wissen wir jetzt Etwas, was ganz wichtig ist: Es ist egal, wohin man verreist - worauf es wirklich ankommt ist, mit wem. :)

 

Paula Kaufmann, Chiara Gucciardo und Theresa Michaeli


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