Unser Engagement - Der Mensch

Zum dreißigsten Geburtstag ein feierliches Konzert

Les petits chanteurs de Saint-André unter Guillaume Burgmeier

Die dreißigjährige Partnerschaft zwischen dem Albertus-Magnus-Gymnasium und dem Collège St. André in Colmar feierten beide Schulen mit einem festlichen Konzert in der St. Ingberter Hildegardkirche, bei dem ?Les petits chanteurs de Saint-André? zu Gast waren. Gleichzeitig gedachte Schulleiter Hans-Georg Ochs des fünfzigjährigen Bestehens des Elysée-Vertrages, der die deutsch-französische Freundschaft besiegelt hat. Zudem hatte am Konzerttag die Europawoche begonnen.

Mit Städte- oder Schulpartnerschaften ist es so eine Sache: Begründet werden sie stets mit großer Euphorie. Dann jedoch lässt die Begeisterung nach, und die Partnerschaft ermüdet, schläft über lange Strecken ein oder geht sogar in den Zustand ewiger Ruhe über. Dass dies dem Albertus-Magnus-Gymnasium nie widerfahren ist, verdeutlichte Schulleiter Hans-Georg Ochs in seiner ? mit Rücksicht auf die Gäste teilweise französisch gehaltenen ? Begrüßungsrede und richtete seinen Dank dafür an die engagierten Lehrkräfte und die begeisterungsfähigen Schüler. Über tausend junge Menschen machten ihre ersten Schritte in der Fremdsprache im Zuge eines Austauschs mit Colmar, von anfänglicher Sprachlosigkeit über erstes Verständnis bis hin zu dauerhaften Freundschaften.    

Für Musiker ist immer alles viel einfacher, wie das Konzert bewies: Die Sprache der Musik kennt offenbar keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. In vielen kleinen Gesten zeigte sich die gegenseitige Wertschätzung der Musiklehrer: So hatten die ?Petits Chanteurs? beispielsweise auch Motetten in deutscher Sprache im Gepäck. Ihr Dirigent, Guillaume Burgmeier, überließ außerdem seinen Chor für einige Stücke dem Dirigat seines deutschen Kollegen und gesellte sich als Sänger zu den Männerstimmen.    

Harald Bleimehl vom Albertus-Magnus-Gymnasium konnte mit zwei Ensembles zum Konzert beitragen: Der ELSchE-Chor (aus Eltern, Lehrern, Schülern und Ehemaligen) war mit zwei Ordinariumssätzen eines norwegischen Komponisten zu hören. Besonders reizvoll war hier die vom Jazz inspirierte Besetzung, unter anderem mit Saxophon (Carolin Benner) und Schlagzeug (Tobias Huwig). Sein Kammerorchester trat zunächst mit einem Orgelkonzert von Händel (Konzertmeister: Sebastian Kohl, Solist an der Orgel: Sebastian Müller) alleine an, ehe es den Begleitpart für die Gäste übernahm. Dieses Orchester ist ursprünglich aus dem Musik-Leistungskurs des Jahres 2007 hervorgegangen. Noch heute kann Harald Bleimehl es ? ergänzt durch Nachwuchs aus den derzeitigen Schülern ? immer wieder zusammenrufen, ein Beleg für musikalische Kompetenz, aber auch für eine gewinnende und integrierende Persönlichkeit.  

Knabenchöre sind immer etwas Besonderes. Auch beim Colmarer Chor bestachen die unbekümmerten jungen Stimmen in Verbindung mit ihrer tiefen Disziplin. Vor allem überzeugten die kräftig-strahlenden Tenöre und Bässe, die sicher das Ergebnis langjähriger Chorarbeit von Kindesbeinen an sind. Gleichzeitig geschmeidig und kraftvoll konnten sich die Männerstimmen in einem a-cappella-Satz über einen marianischen Text alleine präsentieren. Die komplett auswendig singenden Colmarer hatten ein Programm aus lauter Highlights (Brahms, Mozart, Fauré) vorbereitet. Den schönsten Gesamteindruck hinterließ jedoch der Satz ?Laudis thema specialis? von Felix Mendelssohn. Dort gelang die Verbindung zwischen dem klangschönen Chor mit seinen weiten Spannungsbögen und dem Orchesterfundament nahezu perfekt, was sicher auch den in diesem Satz mitwirkenden Flöten (Imke Michaels und Kristina Redeker) zu verdanken war.

1. Reihe v.l.: E. Marchel, V. Joby, D. Vallois, rechts: H.-G. Ochs

Die von der jugendlichen Musizierfreude hingerissenen Besucher in der gut besetzten Kirche erbaten und erhielten eine Zugabe. Der Abend schloss mit Bachs Choral-Bekenntnis ?Jesus bleibet meine Freude?.