Druckversion
Schriftgrösse:

Schüleraustausch

Hallo,

mein Name ist Barbara Danicic. Ich komme aus Kroatien und bin fast 18 Jahre alt. Dies ist mein Bericht über meinen Aufenthalt in Deutschland.

Am 6. September 2008 bin ich nach Deutschland gekommen, und zwar nach St. Ingbert. Meine Reise hat insgesamt sieben Stunden gedauert. Darin eingerechnet sind die Wartezeit auf dem Flughafen und ein Bummel durch die Geschäfte. Die Familie Hartmann aus St. Ingbert war bereit, mich drei Monate aufzunehmen. Während ihres Urlaubes war ich bei der Familie Baltes in Rohrbach zu Gast.

Zwei Tage nach meiner Ankunft begann mein erster Schultag am Albertus-Magnus-Gymnasium in St. Ingbert. Zunächst habe ich mit dem Schulleiter, Herrn Ochs, gesprochen, der mit mir meinen Stundenplan besprach, der ziemlich umfangreich und anstrengend aussah. Ich wurde in die Klasse 10 m eingeordnet, wo ich fast alle Stunden Unterricht hatte. Nur in Französisch und Physik besuchte ich eine andere Zehnerklasse. Einmal pro Woche wurde ich in der Klasse 8 a im Fach Deutsch unterrichtet.

Der Spanisch-Unterricht hat mir besonders gut gefallen, ich habe viel und mit Spaß gelernt.
Das Land Spanien kenne ich von einer Reise mit meiner kroatischen Klasse zu Hause. Dort hatten wir eine schöne Zeit, der Spanisch-Unterricht hat mich immer an diesen Ausflug erinnert. Der Stundenplan umfasste mehr Stunden als zu Hause und alles noch in der deutschen Sprache. Obwohl ich seit fast sieben Jahren Deutsch lerne, erschien es mir, dass ich manchmal kein Wort verstanden habe.

Im Allgemeinen war alles gut organisiert, es war anstrengend, dass wir in der 7. Stunde noch Mathematik hören mussten. Dieses Fach stellte mich immer schon vor große Probleme. Dazu kam jetzt, dass der Unterricht in der deutschen Sprache gehalten wurde. Englisch gefiel mir gut: Zuerst galt es, einen englischen Text ins Deutsche zu übersetzen, dann wieder ins Englische.

Die Folge war, dass ich die Vokabel oft verwechselte: Waren sie in Deutsch oder in Englisch. Auf deutsche Weise Englisch zu erfahren war neu für mich. Da in dieser Zeit die deutsche Erstaufführung des Musicals „Die Dritte Welle“ anstand, fehlten die damit befassten Lehrer manchmal und ich hatte mehrere Freistunden. In diesem Zusammenhang möchte ich nicht vergessen, allen Schülern und Lehrer, zu gratulieren, die diese tolle Aufführung zustande gebracht haben. Es war bestimmt nicht leicht, für die Schule und für die Aufführung zu lernen.

Die Aufführung selbst verlief reibungslos, die Zuschauer waren begeistert. Für die noch anstehenden Aufführungen wünsche ich viel Erfolg. Überrascht war ich, dass es in Deutschland Herbstferien gibt, denn bei uns zu Hause gibt es keine. Unser Schuljahr beginnt erst im September, da die Hitze vorher noch zu groß wäre. Diese Ferien habe ich keineswegs benutzt, um nach Hause zu fliegen, ich blieb in Deutschland.

Ich werde bestimmt viele Menschen, die ich kennen gelernt habe, vermissen, wenn ich wieder in Kroatien bin. Dass ich ohne jegliche Bekannte in St. Ingbert angekommen bin,  war sehr schwer für mich und ich habe so manche Krise durchlebt. Welche Vorteile mir der Aufenthalt bringen wird, werde ich vielleicht erst viel später begreifen.

Barbara Danicic