Abschlussfahrt 10b Losheim
Wohin sollte unsere Abschlussfahrt gehen? Das war die Frage schlechthin in unserer Klasse. Herr Schönebergers Vorschlag, nach Losheim zu fahren, konnte uns zu Anfang noch nicht so richtig überzeugen, aber schließlich mussten wir feststellen, dass unser Organisationstalent dann doch nicht so ganz ausreichte, etwas anderes, das unsere Rahmenbedingungen nicht sprengte, auf die Beine zu stellen. Am Anfang des Jahres stand es also fest: Auf nach Losheim! Auch unsere Vorfreude steigerte sich rasant, als wir Herrn Schöneberger schließlich doch noch von den Vorzügen des Ökodorfes überzeugen konnten und nicht, wie zunächst geplant, zelten gingen.
Nach einer kurzen Autofahrt wurden die Hütten für je acht Personen bezogen und die Umgebung erkundet. Die schulischen Sportgeräte wurden schon mal eingespielt und abends wurde der Grill eingeweiht. Herrn Schöneberger überraschten wir mit unserem selbst beschrifteten und somit sehr originellen T-Shirt, da wir es irgendwie verschlafen hatten, welche bedrucken zu lassen. Dann hieß es aber „ab ins Bett!“, denn am nächsten Tag stand eine 13,5 Kilometer lange Wanderung an. Mit genügend Sonnencreme ausgestattet und wegen der Hitze so wenig bekleidet wie möglich, ging es direkt nach dem Frühstück los. Zu unserer Freude wurden wir bis zum Ausgangspunkt Scheiden noch ein Stück mit dem Kleinbus kutschiert.
Nach zirka einer Stunde auf dem „Felsenweg“ schlug das Wetter zumindest für uns Schüler, da wir nicht auf den Rat Frau Schönebergers gehört und Regenkleidung mitgenommen hatten, unerwartet um, wobei der Regen uns nach der Hitze eigentlich ganz gelegen kam. Nach
einer weiteren Stunde waren die Füße dann komplett nass und wir machten eine kleine Pause. Bei dieser Gelegenheit spaltete sich die Klasse in die „Pause-machen-mal-in-Ruhe-was-essen und dann-mal-bis-zur-nächsten-Bank-weiterwandern“-Freunde und die „Ganz-schnell-zurück-an-den-Bus-und-dann-schnell-unter-die-warme-Dusche“-Befürworter. Nach zirka vier Stunden hatten dann auf jeden Fall alle zurück gefunden und waren froh, beim kostenlosen Fitnessstudioersatz dabei gewesen zu sein. Mit dem restlichen Tag war dann natürlich nicht mehr allzu viel anzufangen, denn jeder wollte nur noch schnell unter eine der vier Duschen und mehr als Grillen war dann wirklich nicht mehr drin. Am Abend schmissen die Jungs das Feuer wieder an und nach dem Gegrillten erfreuten wir uns alle an Frau Schönebergers Stockbrotteig.
Ausnahmsweise mussten wir dafür nicht die chemische Formel aufsagen. Dienstags war relaxen angesagt. Zu mehr waren die meisten von uns dank eines schönen Muskelkaters auch nicht mehr fähig und so legten wir uns an den schönen Losheimer Stausee. Wahlweise konnten wir Kanu fahren oder die Tretboote testen. Endlich hatten wir die Gelegenheit, noch ein wenig brauner zu werden. Ob man jetzt ein Eis wollte oder aber auch nicht, dort kam wirklich jeder auf seine Kosten.
Rechtzeitig zum Anfang des aufkommenden Gewitters wanderten wir zum Ökodorf zurück. Nachdem alle Näschen gepudert waren, war Spaghettiessen im Imbiss mit dem Namen „Camping-Klause“ angesagt. . Zurück an den Hütten wurden wir vom Ehepaar Schönenberger auf eine Polarexpedition geschickt ,die auf Grund unserer hervorragenden organisatorischen Fähigkeiten nach fünf Minuten aber auch schon wieder zu Ende war. Als dann das Kletterseil ausgepackt und um drei Bäume bzw. Pfosten gewickelt wurde, machten sich die Jungs um halb neun auf den Weg zum Zähneputzen und auch Frau Schönebergers Beteuerung „Aber es gibt doch noch Stockbrot!“, konnte sie nicht davon abhalten. Sozial wie wir sind, warteten wir natürlich auf unsere Jungs und das
„Hühnerstall-Spiel“ konnte beginnen. Die ganze Klasse 10b kam in das entstandene Dreieck und auf jeder Seite mussten neun Leute über das Seil ausbrechen, ohne es zu berühren (Unser Hühnerstall hatte elektrisch geladene Zäune.). Bei dieser lustigen Abendbeschäftigung wurden wir dem Motto des Spiels und dem der Klassenfahrt „Der Schöni und die Biester“ mehr als gerecht. Irgendwann hatten wir es dann alle geschafft uns quasi per „Stage-Driving“ gegenseitig hinüberzuheben. Für die, die von den Spaghetti nicht satt geworden waren, stand danach die Schüssel Brotteig wie versprochen bereit.
Dabei kam es zu Stockkämpfen um die begehrtesten Glutplätze. Am nächsten Morgen ging es dann auch schon nach Hause, nachdem der Gemeinschaftsraum blitz- und blank geputzt und das Gepäck in die Autos gepackt worden war. Die Klassenfahrt war dann doch ein ziemlich gelungener Abschluss für sechs gemeinsame Jahre, in denen wir immer mehr zusammengewachsen sind und viele schöne Tage gemeinsam erlebt haben. R.i.P. 10 b.
Rebekka Krämer, Nora Becker,
ehemalige Klasse 10b







