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Foto: Kerstin Keller, entnommen aus Saarbrücker Zeitung vom 13.07.2009

Schüler sammeln Umwelt-Daten

Junge Forscher unterwegs in St. Ingbert

Schüler des St. Ingberter Albertus-Magnus-Gymnasiums haben in einem einwöchigen Projekt Daten über die Biosphärenstadt St. Ingbert erhoben. Eine Gruppe ist dabei mit Messgeräten am Rohrbach entlanggelaufen und hat das Kleinklima entlang des Gewässers erforscht. SZ-Serie Stadt in der Biosphäre, Teil 2.

Von SZ-Redakteur Michael Beer

St. Ingbert. Die Gruppe ist gut eingespielt. Windgeschwindigkeit, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lärmbelastung, Oberflächenstrahlungstemperatur – ruckzuck sind die Daten an einem Messpunkt auf dem Gelände der Alten Schmelz zusammengetragen und notiert. Etwas schwieriger ist es da schon, alle 100 Meter den richtigen Platz zu finden. Die Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums verfolgen an diesem Vormittag den Lauf des Großbachs von der Poststraße bis nach Rentrisch. Teils fließt der unterirdisch. Teils ist es nicht so leicht, nahe ans Gewässer heranzukommen. Am Vortag waren sie dem Bach in die andere Richtung bis zum Rohrbacher Marktplatz gefolgt. Das Sammeln der Umweltdaten ist Teil eines einwöchigen Projekts, das die Schule mit wissenschaftlicher Unterstützung von Professoren aus Saarbrücken und Kaiserslautern unternimmt. Mit den Elftklässlern ist Chantalle Hermes unterwegs. Sie ist wissenschaftliche Assistentin an der Technischen Uni Kaiserslautern. Hermes ist begeistert von dem neuen Beinamen, mit dem sich die Mittelstadt schmücken darf: „Es ist weltweit einzigartig, dass eine solche Stadt Teil der Biosphäre ist.“ Das AMG-Projekt ist Teil der Umweltbildung, wie sie in der Modellregion vorangebracht werden soll. Erdkunde-Lehrerin Kathrin Hussung: „Initiatorin war die St. Ingberter Biosphären-Beauftrage Monika Conrad.“ In verschiedenen Gruppen sind Schüler unterwegs, beschäftigen sich mit Fauna, Flora, Stadtklima oder befragen Bürger zur Nutzung der städtischen Grünflächen. In der Schule hatten sie zuvor einiges über wissenschaftliches Arbeiten und die Biosphäre als solche erfahren.

Die Messgruppe entlang des Großbachs ist mit der Aktion zum Abschluss des Schuljahres ausgesprochen zufrieden. „Wir sind in der Natur“, sagt Carsten Abel, 16, und setzt zu einem breiten Grinsen unter der Sonnenbrille an. Mit dem Material, das die Gymnasiasten zusammenbringen, werde eine Broschüre erstellt, berichtet er.

Der Biosphären-Status St. Ingberts ist für die jungen Leute mehr als nur ein Etikett. „Das ist schon etwas Besonderes. Die Stadt kann darauf stolz sein“, sagt Lisa Dreßler, 16. Es liefen jetzt eben auch Aktionen wie die der AMG-Schüler. Und das sei gut für die Stadt. Ihre Mitschülerin Jana Bickel, 17, wirft aber auch kritisch ein, es sei ein bisschen übertrieben, wenn nun plötzlich mit der Anerkennung alles vom Naturschutz rede. Julia-Annabelle Kadisch, 17, glaubt, das Reservat könne helfen, das Bewusstsein der Menschen etwas zu ändern: „Vielleicht gehen sie mal eher mit dem Rad Brötchen kaufen.“

Die jugendlichen Klima-Forscher ziehen von der Schmelz weiter Richtung Rentrisch. Auf ihr flottes Tempo legt Carsten Abel wert. Schließlich will er am Nachmittag noch ins Schwimmbad. Biosphären-Schwimmbad, könnte man auch sagen.  

Entnommen aus: Saarbrücker Zeitung vom 13.07.2009

Präsentation in der Stadthalle St. Ingbert

Übergabe der Klimakiste durch die Bundestagsabgeordnete Astrid Klug

in Anwesenheit von OB Jung