Unser Engagement - Der Mensch

Upcycling-Objekte in der Aula

Betritt man derzeit die Aula des Albertus-Magnus-Gymnasiums entdeckt man vor der Holzlamellenwand mehrere Tische mit seltsamen Objekten: eine Vase aus Büchern, eine Lampe aus der gelben Umverpackung von Überraschungseiern, ein Tischregal aus alten Milchtütenpackungen…

Ausrangierte Gegenstände werden nicht entsorgt, sondern zu neuen Dingen designt. Upcycling heißt diese innovative Vorgehensweise, im Gegensatz zum Recycling, das nur den Wertstoff wiedergewinnen möchte.

Inzwischen hat sich eine Upcycling-Szene  in Großstädten – wie Düsseldorf und Berlin – entwickelt, die aus alten, gesammelten Gegenständen neue Produkte entstehen lässt und diese in Läden verkauft. Ein weiteres Zentrum in Dortmund hat sogar ein Upcycling-Festival ins Leben gerufen, dass immer im November stattfindet.

Warum Rohstoffe und Energie verschwenden, wenn es schon viele hochwertige Materialien gibt? Aus alten Fahrradreifen werden Gürtel, aus abgenutzten Kletterseilen Armbänder; Schalen aus umgeformten Vinyl-Schallplatten werden gestaltet, Taschen werden aus Stoffresten genäht. Es entstehen immer mehr bekannte Firmen, wie z.B. die Firma Zirkeltraining aus Mülheim, die Taschen aus ausgedienten Turnmatten herstellt oder die Firma Feuerwear aus Köln, hier werden Taschen aus alten Feuerwehrschläuchen zusammengefügt. Manche Firmen, wie beispielsweise die Firma Freitag aus der Schweiz besitzen Kultstatus, ihre Geldbörsen und Funktionstaschen in allen Größen, aus alten LKW-Planen produziert, sind inzwischen zu heiß begehrten Sammlerstücken avanciert.

Ausgangspunkt der Gestaltungen ist das Sammeln eines Materials, so war auch bei den Schülern des Kunstkurses bei Frau Fischer, der Dezember für diese Vorarbeit gesetzt. Die Aufgabe lautete, dass aus alten, ausrangierten, nicht mehr benutzbaren Sammelbehältern aller Art, neue Objekte mit derselben Funktion des Aufbewahrens gestaltet werden sollen. Hierbei sollte die pragmatische Funktion (Standfestigkeit, Reinigungs-möglichkeit…) und besonders die ästhetische Funktion (Form, Farbe, Material, Oberflächenbeschaffenheit…) ebenso im Blick bleiben.

Schöne Design-Objekte sind entstanden: eine Schale in verschiedenen Farbtönen aus verschmolzenen alten Deckelringen, eine Lampe aus ausgebrannten Teelichtbehältern, das Muh-Regal aus Milchtüten, das Traumkissen aus alten Stofftaschen und eine Keksdose aus Nespresso-Kapseln, um nur einige Beispiele anzuführen.

So können auf der Grundlage von Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeitsgedanken und Ressourcenschonung individuelle, preiswerte, neue und kreative Dinge entstehen, wie man es in der aktuellen Designausstellung des Abiturjahrgangs bewundern kann.

(P. M. Fischer)

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