Unser Engagement - Der Mensch

9a erkundet die historische Werkssiedlung der Alten Schmelz

Nachdem die Familie Krämer am Ende des 18. Jahrhunderts das noch unter den Reichsgrafen von der Leyen bei St. Ingbert gegründete Eisenwerk übernommen hatte, wuchs das Werk und damit der Bedarf an ausgebildeten Arbeitern schnell. Mit einer guten Wohnung für die ganze Familie inklusive Garten und Weiderechten für Kleinvieh lockte man erfolgreich kompetente Arbeiter von weither an. Die letzten werkseigenen Wohnhäuser entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts, danach entwickelte sich die Siedlung bis zum Ende des Jahrhunderts zum Sanierungsfall. 1990 ist sie dank dem Denkmalschutz und der Initiative der Bewohner nur knapp dem Abriss entronnen. Seither wird die Siedlung der Hüttenarbeiter als einmaliges historisches Ensemble und Denkmal der Industriekultur Stück für Stück saniert.
Bei unserem Spaziergang über das Gelände am Wandertag konnten wir den Stand des Projektes gut erkennen: Neben der ehemaligen Mechanischen Werkstatt, die heute als „Industriekathedrale Alte Schmelz“ ein wegen seiner besonderen Atmosphäre weit über St. Ingbert hinaus geschätzter Konzert- und Veranstaltungsort ist, oder dem vielgenutzten „Eventhaus Alte Schmelz“ steht das frühere Konsum-Gebäude mit seinen Eiskellern noch unsaniert und bislang ohne Perspektive mitten im Herzen der Siedlung. Äußerlich bestens hergerichtet und damit dem Verfall entrissen wartet dagegen das eindrucksvolle Herrenhaus Sophie Krämers von 1807 auf einen neuen Nutzer  – im Innern noch Ruine. Die Wohnhäuser der Hüttenarbeiter wiederum sind schön renoviert und vermietet. Sie strahlen besonders auf der Hofseite mit ihren urigen Stall-, Toiletten- und Backhäuschen, blumengeschmückten Sitzplätzen und an den Hang terrassierten Kleingärten beschauliche Geborgenheit aus.  
Cornelia Hintermeier

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